Wirtschaftspsychologie
- Abschluss: Bachelor of Arts (B. A.)
- Umfang: 6 Semesters, 180 ECTS Punkte
- Studienart: Präsenzstudium, Vollzeit
- Bildungsfeld: Wirtschaft & Management
- Unterrichtssprache: Deutsch
- Website: www.fh-kaernten.at
Psychologisches Know-how in wirtschaftliche Kontexte übertragen
Technologischer Fortschritt, zunehmende Digitalisierung und Automatisierung, sich wandelnde Ansprüche im Alltags- und Berufsleben sowie gesellschaftlicher und kultureller Wandel stellen Organisationen, Unternehmen und Menschen laufend vor neue Herausforderungen und Veränderungsprozesse, für deren erfolgreiche Bewältigung psychologisches Know-How über menschliches Verhalten und Erleben (behavioral insights / consumer insights / …) sowie der Einsatz psychologischer Methoden und Tools in wirtschaftlichen Kontexten immer wichtiger werden.
Wirtschafts- & Managementprozesse besser verstehen und optimieren
Dementsprechend suchen Unternehmen vermehrt gut ausgebildete Wirtschaftswissenschafter*innen mit zusätzlichem verhaltenswissenschaftlichen und psychologischen Know-how. An diesem Bedarf setzt das Studium der Wirtschaftspsychologie an, das aus der Verschränkung des Erwerbs von wirtschaftswissenschaftlichen Grundkenntnissen – unter anderem in den Bereichen Kostenrechnung & Controlling, Personal & Organisation, Marketing & Digital Marketing, Business Software, Volkswirtschaftslehre, Investition & Finanzierung, Business Intelligence, … – und psychologischem Know-how und Kompetenzen besteht.
Profil
Der interdisziplinäre Studienzweig „Wirtschaftspsychologie“ im Bachelorstudiengang „Wirtschaft“ bildet an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Psychologie qualifizierte Fach- und Führungskräfte aus, die mit ihren wirtschaftswissenschaftlichen Grundkenntnissen und fundiertem psychologischen und verhaltenswissenschaftlichen Know-how verantwortungsvolle Aufgaben in der Wirtschaft übernehmen können.
Im Zentrum des Studienzweig „Wirtschaftspsychologie“ steht dabei eine interdisziplinäre Vermittlung von Qualifikationen im Bereich wirtschaftswirtschaftlicher und psychologischer Grundkenntnisse sowie wirtschaftspsychologischer Anwendungskenntnisse (, insbesondere in den Schwerpunkten „Personal, Organisation und Arbeit“ sowie „Konsum, Marketing & Marktforschung“.
Aufbauend auf die fächerübergreifende Qualifikation können Absolvent*innen Wirtschafts- und Managementprozesse in der Praxis durch die Integration psychologischer und verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse über menschliches Verhalten und Erleben (behavioral insights / consumer insights / …) optimieren und zur Erreichung unternehmerischer Ziele beitragen.
Zudem wird im Studienzweig „Wirtschaftspsychologie“ eine praxisnahe Ausbildung durch die engen Kontakte zur Wirtschaft, die tiefe Einblicke in die berufliche Praxis erlauben, sichergestellt und mit den Optionen eines Auslandssemesters und Auslandspraktikums eine internationale Ausrichtung ermöglicht, die zur Schärfung des Profils genützt werden kann.
Studienanforderung
Das Bachelorstudium Wirtschaft im Studienzweig „Wirtschaftspsychologie“ an der FH Kärnten kann grundsätzlich ohne facheinschlägige Vorbildung bei entsprechendem Interesse und gegebener Leistungsbereitschaft von jeder Schulbildung mit allgemeiner Universitätsreife aus angestrebt werden.
Was Wirtschaftspsychologie Studierende ins Studium mitbringen sollten:
- Interesse an wirtschaftlichen und gesellschaftlich relevanten Themen
- Interesse an psychologischen Aspekten des menschlichen Verhaltens in der Wirtschaft
- Die Fähigkeit, in Teams zu arbeiten und diese auch zu führen
- Sprachliche und kommunikative Kompetenzen
- Verantwortungsbewusstes Verhalten
- Spaß an internationalen und interkulturellen Herausforderungen
Lernergebnisse
Nach erfolgreichem Abschluss des Bachelorstudiums „Wirtschaft“ im Studienzweig „Wirtschaftspsychologie“ sind die Absolvent*innen in der Lage…
- grundlegendes Wirtschaftswissen in praktischen Geschäftssituationen anzuwenden,
- die wichtigsten Konzepte in den Funktionsbereichen Finanz-/Rechnungswesen, Fertigung & Logistik, Marketing und Personal zu kennen und anzuwenden,
- menschliches Verhalten und Erleben in unterschiedlichen wirtschaftlichen Kontexten (z.B. Kunde/in, Mitarbeiter/in, Märkte) auf unterschiedlichen Ebenen (z.B. Individuum, Gruppe, Organisation bzw. Unternehmen, Gesellschaft) zu erklären, vorherzusagen und zu verändern,
- Methoden zur Analyse der internen Situation sowie des rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Umfelds von Organisationen zu kennen und anzuwenden,
- die Methoden der verschiedenen Aufgabenbereiche der Wirtschaftspsychologie, insbesondere in den Vertiefungsschwerpunkten „Personal, Organisation und Arbeit“ sowie „Konsum, Marketing & Marktforschung“, vor dem Hintergrund konkreter Kontexte aus der Praxis kritisch zu reflektieren und zur Lösung praktischer Problemstellungen zielorientiert einzusetzen,
- Führungsaufgaben in Organisationen wahrzunehmen,
- unterschiedliche Standpunkte im potentiellen Interessenskonflikt zwischen Individuum und Unternehmen kritisch zu hinterfragen und bei ihrem professionellen Handeln angemessen zu berücksichtigen.
- sich in multikulturelle und interdisziplinäre Teams zu integrieren,
- ihr wirtschaftspsychologisches Handeln auf die Ziele nachhaltiger Entwicklung zu beziehen.
Beruf & Karriere
Die beruflichen Perspektiven von Wirtschaftspsycholog*innen als Mitarbeiter*innen, als (Nachwuchs-)Führungskraft oder in selbständiger Tätigkeit sind vielfältig und die Situation am Arbeitsmarkt ist vielversprechend.
Zum einen eröffnet die Ausbildung in den Basis-Modulen des Bachelorstudiums „Wirtschaft” den Absolvent*innen umfangreiche Tätigkeitsfelder in den Bereichen Controlling, Finanz- und Rechnungswesen, Fertigungs- und Logistikmanagement, Personalentwicklung und -management, Marketing, Projektmanagement sowie als Assistenz der Geschäftsführung.
Zum anderen können Absolvent*innen durch die Spezialisierung im Studienzweig „Wirtschaftspsychologie” in beruflichen Positionen und Funktionen tätig werden, in denen gezielt nach Wirtschaftspsycholog*innen bzw. Wirtschaftswissenschafter*innen mit zusätzlichen verhaltenswissenschaftlichen & psychologischen Kenntnissen gesucht wird. Beispiele für solche Stellen sind „People & Culture Partner:in”, „Employee Experience Manager“, „HR Training & Development Spezialist“, oder „Consultant für Change-Management und systemische Beratung“ im Bereich Personal und Organisation sowie „Market Intelligence Specialist“, „Consumer Insights & Data Analyst“ oder „Consumer & Market Insight Manager“ im Bereich Marketing und Marktforschung.
Insgesamt umfassen die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten, die sich aus dem breiten Spektrum an Fachwissen für Wirtschaftspsycholog*innen ergeben, unter anderem die folgenden Bereiche*:
- Human Ressource Management: Eignungsdiagnostik & Personalplanung, Leistungsbeurteilung, Personal- und Management-Entwicklung, … ´
- Consulting & Change Management: Organisationsdiagnose & Organisationsentwicklung, Unternehmensberatung, Unternehmenskommunikation, Mediation, …
- Training & Coaching: von Mitarbeiter*innen und Führungskräften
- Arbeit & Digitalität (inkl. Gesundheit am Arbeitsplatz): Arbeitsanalyse & Arbeits(platz)gestaltung, Mensch-System-Interaktionsgestaltung, …
- Marketing, Werbung & Marktforschung: Business Analytics & Intelligence, User Experience Research, Marketingberatung, Produktdesign, Behavioral Marketing, …
- Weitere Tätigkeitsfelder: Finanzpsychologie, Kommunikationsberatung, Policy Design, Kreativitätscoach, Empathie-Interventionist, …
Gemäß Einschätzung des BMBWF vom 20.07.2022 ist die Benennung der Absolvent*innen des Studienzweigs als „Wirtschaftspsychologinnen“ und „Wirtschaftspsychologen“ mit § 4 Psychologengesetz vereinbar, da diese Bezeichnung keine eigenständige Berufsbezeichnung darstellt, mit der ein bestimmter reglementierter Beruf oder eine bestimmte Berufsberechtigung verbunden wäre.
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(1) vgl. Haupteinsatzfelder von Wirtschaftspsycholog:innen gemäß der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftspsychologie e.V. (GWPs): für Alle – Gesellschaft für angewandte Wirtschaftspsychologie (GWPs) e.V. (gwps-ev.de)
(2) vgl. Berufsbild „Wirtschaftspsychologe/in“ laut Berufsverband deutscher Psychologinnen und Psychologen BDP, berufsbild_2017.pdf (wirtschaftspsychologie-bdp.de)
Praxisorientierte Wirtschaftsausbildung & profilbildende Spezialisierungen
SPEZIFISCHE SCHLÜSSEL- UND ZUKUNFTSKOMPETENZEN
Der Bachelorstudiengang Wirtschaft bietet eine kompakte, praxisorientierte wirtschaftliche Basisausbildung. Darüber hinaus liegt ein starker Fokus darauf, in den jeweiligen Studienzweigen (6 deutschsprachige und 2 englischsprachige) bereits ab dem 1. Semester maßgeschneidert studienzweigspezifische Schlüssel- und Zukunftskompetenzen zu vermitteln. Diese profilbildende Spezialisierung betrifft mehr als die Hälfte der gesamten Studieninhalte. Aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalität, Internationalität und Diversität sind fester Bestandteil vieler Module.
PRAXISBEZUG
Der hohe Praxisbezug im Studium wird durch enge Kooperationen mit regionalen, nationalen und internationalen Unternehmen sowie den Einsatz praxiserfahrener Lehrenden aus Industrie, Wirtschaft und Institutionen sichergestellt, die aktuelle Themen und neue Entwicklungen aus der beruflichen Praxis in das Studium einbringen oder auch in Exkursionen erlebbar werden. Durch die Bearbeitung von konkreten und aktuellen Aufgabenstellungen aus der Praxis wird dabei die Transferkompetenz der Studierenden gestärkt.
Vollzeit-Wirtschaftsstudium: Modernes Studienzeitmodell
Im Vollzeit-Studium sind die Module in zwei Halbsemester mit dazwischenliegender bzw. abschließender Prüfungswoche aufgeteilt. Damit wird fokussiertes Lernen ermöglicht und der Aufwand für die Erbringung der Prüfungsleistungen für die Studierenden besser planbar gemacht.
UNI-Profil
FH Kärnten (Villach)
FH Kärnten gemeinnützige Gesellschaft mbH A-9524 Villach, Europastraße 4
Telefon: 05 90500-0 Website: www.fh-kaernten.at