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Bakterien, die Steine und Schwefel „atmen“ können

Ein internationales Team von Wissenschafter*innen unter der Leitung der Mikrobiologen Marc Mussmann und Alexander Loy von der Universität Wien hat einen neuen mikrobiellen Stoffwechsel entdeckt: Sogenannte MISO-Bakterien "veratmen" Eisenmineralien durch die Oxidation von toxischem Sulfid. Die Forscher*innen fanden heraus, dass die Reaktion zwischen giftigem Schwefelwasserstoff und festen Eisenmineralien nicht nur ein chemischer, sondern auch ein noch unbekannter biologischer Prozess ist, bei dem die vielseitigen Mikroben in marinen Sedimenten und terrestrischen Feuchtgebieten giftiges Sulfid entfernen und für ihr Wachstum nutzen. Damit könnten diese Bakterien die Ausbreitung von sauerstofffreien "Todeszonen" in Gewässern verhindern. Die Ergebnisse wurden nun in Nature veröffentlicht.

Neue Studie: Das Etikett entscheidet über Geschmack und Preis

Die Haptik eines Weinetiketts beeinflusst, was Konsument*innen von einem Wein erwarten und ob sie ihn als hochwertig empfinden. Das zeigt eine aktuelle Masterarbeit im Studiengang Internationales Weinmarketing an der Hochschule Burgenland. Die Ergebnisse belegen: Schon die Berührung eines Etiketts kann bestimmte Geschmackserwartungen wecken – unabhängig davon, wie weinaffin jemand ist.

Uni Graz entwickelt Demenz-Tool für Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigung

Herkömmliche Diagnose-Methoden sind für die betroffenen Personen nicht verwendbar. Ein Team der Universität Graz unter der Leitung von Barbara Gasteiger-Klicpera hat nun ein Tool entwickelt, um die neurodegenerative Erkrankung rechtzeitig erkennen und den Verlauf beobachten zu können. Dadurch lässt sich die Lebensqualität wesentlich verbessern.

Wie Moleküle kommunizieren – und wie wir das messen

Einem internationalen Forschungsteam unter der Leitung der Universität Wien ist es gelungen, eine neue Methode zu entwickeln, mit der sich Partialladungen in Molekülen direkt messen lassen. Die in Nature veröffentlichten Ergebnisse eröffnen neue Einblicke in diese molekulare "Sprache" und bieten Potential für Anwendungen in der Arzneimittelentwicklung und Materialwissenschaft.

Pflanzenbasierte Ernährung kann das Risiko von Multimorbidität senken

In einer großangelegten multinationalen Studie mit über 400.000 Frauen und Männern im Alter von 37 bis 70 Jahren aus sechs europäischen Ländern haben Forscher*innen der Universität Wien in Zusammenarbeit mit der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC, Frankreich) und der Kyung Hee Universität (Südkorea) Ernährungsgewohnheiten und Krankheitsverläufe untersucht. Die groß angelegte Datenauswertung zeigt, dass eine pflanzenbasierte Ernährung mit einem reduzierten Risiko für Multimorbidität bedingt durch Krebs und kardiometabolischen Erkrankungen verbunden ist. Die Studie ist aktuell im Fachmagazin The Lancet Healthy Longevity erschienen.

Was Graugänse uns über Influencer und Follower lehren

Eine neue Studie unter der Leitung der Konrad Lorenz Forschungsstelle für Verhaltens- und Kognitionsbiologie der Universität Wien wirft neues Licht auf eine klassische Frage der Verhaltensbiologie: Warum erlangen bestimmte Individuen innerhalb einer Gruppe mehr Einfluss als andere? Die Forschung zeigt: Mutige – aber nicht aggressive – Gänse werden eher zu sogenannten Influencern, während erkundungsfreudige Tiere dazu neigen, ihnen zu folgen. Das offenbart ein feines Zusammenspiel von Persönlichkeit und sozialen Rollen bei kollektiven Bewegungsentscheidungen. Die Ergebnisse wurden aktuell im Fachjournal iScience veröffentlicht.

Automatisierung in der Landwirtschaft: Bringt Künstliche Intelligenz mehr Tierwohl?

Eine aktuelle Studie der Vetmeduni zeigt, wie künstliche Intelligenz (KI) das Tierwohl in der Landwirtschaft revolutionieren könnte. Ein Forscherteam um Borbala Foris vom Zentrum für Tierernährung und Tierschutzwissenschaften untersuchte die Chancen und Herausforderungen von KI-gestützten Systemen zur automatisierten Bewertung des Tierwohls.

Meilenstein für medizinische Forschung

Omega-3-Fettsäuren sind als fixer Bestandteil einer gesunden Ernährung in aller Munde. Weil sie unser Körper nicht selbst herstellen kann, sollten wir sie in ausreichendem Maße aufnehmen. Aber auch Omega 6, 7, 9 und 10 spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel. Die jeweilige Zahl gibt an, wo sich die erste Doppelbindung in der Fettsäurekette befindet. Abweichende Omega Positionen können auf Fehlfunktionen von Enzymen oder krankhafte Stoffwechselprozesse, etwa bei Krebs, hinweisen. Forschende der Universität Graz und der University of California, San Diego stellen nun im Wissenschaftsjournal Nature Communications ein neues, effizientes Verfahren vor, mit dem sich die Omega-Positionen von Lipiden – so die wissenschaftliche Bezeichnung für Fette – in Gewebe oder Blutplasma zuverlässig bestimmen lassen.