Quecksilberbelastung durch Goldabbau gefährdet Krokodile
Die Quecksilberbelastung durch den Goldabbau in den Tropen beeinflusst die Tierwelt zunehmend. Ein Team der Universität Wien und der Veterinärmedizinischen Universität Wien hat herausgefunden, dass Quecksilber die Glukokortikoid-Reaktion von Kaimanen beeinträchtigt. Diese hilft Tieren normalerweise, mit akutem Stress umzugehen. Die geschwächte Stressantwort könnte die Überlebens- und Fortpflanzungschancen der Tiere einschränken. Die kürzlich in der Fachzeitschrift Communications Biology veröffentlichten Ergebnisse weisen auf eine bislang übersehene endokrine Bedrohung für Krokodilarten hin.
Uhren von Tiefseemuscheln ticken im Tag-Nachtrhythmus
Hydrothermalquellen in der Tiefsee liegen in ewiger Dunkelheit, dennoch folgen die Zellen der dort lebenden Muschel Bathymodiolus azoricus im Labor einem 24-Stunden-Rhythmus. Forschende der Universität Wien und der Partnerinstitutionen IFREMER in Frankreich, der Universität Oldenburg und des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Deutschland züchteten Zellkulturen aus diesen Tiefseemuscheln, die nun zelluläre und molekulare Einblicke in die Mechanismen der biologischen Zeitgebung in der Tiefsee ermöglichen. Die Studie erschien im Journal EMBO Reports. Sie zeigt, dass die Zeitgebung der Muscheln, die in einer von Gezeiten geprägten Umwelt leben, auf denselben Genen beruhen kann wie die 24-Stunden-Uhr, die auch Landlebewesen steuert.
Uralte menschliche DNA enthüllt verborgene Verbindungen im Europa der Eiszeit
Vor mehr als 30.000 Jahren waren Menschen, die zu einer der bedeutendsten paläolithischen Kulturen Europas (dem Gravettien) gehörten, stärker miteinander vernetzt als bisher angenommen. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Wien hat neue genetische Belege für weitreichende Verbindungen zwischen diesen Bevölkerungsgruppen entdeckt. Die in Science Advances veröffentlichte Studie kombiniert Genomdaten von seltenen menschlichen Überresten mit menschlicher DNA, die in Höhlensedimenten erhalten geblieben ist.
Erinnern hat seinen Preis
KI-Systeme handeln auf der Grundlage von gesammeltem Wissen. Dabei sind ihnen physikalische Grenzen gesetzt, wie Innsbrucker Forscher in einer aktuellen Studie zeigen. In Rahmen einer Beschreibung der thermodynamischen Grenzen von Informationsverarbeitung, liefern sie den mathematischen Beweis dafür, dass Agenten, die mit ihrer Umgebung interagieren, in manchen Fällen nur dann energieeffizient agieren können, wenn sie Informationen wieder vergessen – selbst solche, die ihre Vorhersagen verbessern würden.
Neue Enzyme als Bio-Katalysatoren für Pharmaindustrie entdeckt: KI unterstützt Forschende
Um Produktionsprozesse in der chemischen Industrie effizienter und umweltschonender zu gestalten, erforschen Chemiker:innen an der Universität Graz den Einsatz von Enzymen als Biokatalysatoren. In einer kürzlich im Fachjournal Nature Communications publizierten Studie identifizierte ein Team unter der Leitung von Jörg Schrittwieser eine Menge neuer Enzyme, die sich hervorragend zur Herstellung chiraler Amine eignen. Diese Stickstoffverbindungen sind zentrale Bausteine einer Vielzahl von Medikamenten. Auf Basis der im Labor experimentell gewonnenen Daten konnte mit Hilfe maschinellen Lernens die Suche nach Biokatalysatoren für weitere Ausgangsstoffe optimiert und massiv beschleunigt werden.
Stressresilienz: Wie Tiere lernen, mit starken Belastungen besser umzugehen
Klimawandel, Umweltverschmutzung und veränderte Lebensräume stellen Tiere vor immer neue Herausforderungen. Wie Organismen mit solchen Belastungen umgehen und warum manche widerstandsfähiger sind als andere, rückt vor diesem Hintergrund zunehmend in den Fokus der Forschung. Eine vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Veterinärmedizinischen Universität Wien geleitete europäische Studie untersuchte nun mithilfe eines interdisziplinären Ansatzes die biologischen Grundlagen von Stressresilienz – von Hormonen und oxidativem Stress bis zu Verhalten und neuronalen Prozessen.
Super-Computer: einzigartige KI-Infrastruktur für Geistes- und Kulturwissenschaften
Acht Millionen Seiten historischer Zeitungen nach Stellenanzeigen durchforsten oder in mittelalterlichen Rechnungsbüchern Zahlungen bekannter Persönlichkeiten suchen –Forschung in den Geistes- und Kulturwissenschaften kann äußerst zeitaufwändig sein. Nun wurde ein Super-Computer-Cluster geschaffen, mit dem sich große Quellenbestände mithilfe von künstlicher Intelligenz erschließen lassen. „Digital Humanities Infrastructure Austria“ ist die erste österreichische KI-Infrastruktur, die speziell für die Anforderungen der genannten Wissenschaftszweige optimiert wurde. Damit eröffnet sie neue Möglichkeiten für innovative Forschung. Sensible Daten bleiben im akademischen Netz. Das Projekt unter der Leitung der Universität Graz wurde vom BMFWF mit mehr als zwei Millionen Euro gefördert.
Universität Wien hält Top-100-Platz im THE World Ranking
Die Universität Wien behauptet im aktuellen Times Higher Education World University Ranking Platz 95 und bleibt damit die einzige österreichische Universität in den Top 100. Um dieses internationale Niveau und damit den in der Hochschulstrategie der Bundesregierung festgeschriebenen Auftrag langfristig zu sichern, fordert Rektor Sebastian Schütze eine verlässliche Absicherung des Uni-Budgets.