Bislang größter Chromosomen-Vergleich tierischer Arten zeigt „evolutionäre Autobahnen“
Ein Mensch, ein Oktopus und eine Koralle könnten kaum unterschiedlicher aussehen – doch tief im Inneren ihrer Zellen tragen ihre Chromosomen immer noch erkennbare Teile eines Genoms, das sie von einem tierischen Vorfahren geerbt haben, der vor mehr als 600 Millionen Jahren lebte. Eine aktuell in "Science Advances" veröffentlichte Studie von Forscher*innen der Universität Wien kartiert, wie diese Fragmente in der Tierwelt neu gemischt wurden, und zeigt, dass sich tierische Genome entlang einer begrenzten Anzahl irreversibler "evolutionärer Autobahnen" entwickeln. Die neuesten Erkenntnisse liefern eine wichtige Grundlage für den Erhalt der tierischen Artenvielfalt.
Menschliche Voreingenommenheit prägt das Verhalten von Tieren
Wie objektiv sind Verhaltenstests mit Tieren, wenn Menschen anwesend sind? Eine neue Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien in Zusammenarbeit mit der Universität Wien und Partnern zeigt, dass bewusste und unbewusste Einstellungen von Menschen messbar beeinflussen können, wie sich Tiere in standardisierten Tests verhalten. Das könnte Ergebnisse verzerren und vermeintliche Artunterschiede überbetonen. Solche Effekte dürften zudem den Alltag der Mensch Tier Interaktion prägen – mit Folgen für Tierwohl, Sicherheit und Entscheidungen auf Basis von Verhaltensbeurteilungen.
Wahl der Baumart beeinflusst städtische Luftqualität
Ein Forschungsteam der Universität Innsbruck und der Jinan-Universität hat in Peking untersucht, wie Hitze und Baumemissionen gemeinsam mit Stickoxiden die Bildung von bodennahem Ozon in Städten verstärken – mit einem klaren Ergebnis: Die Baumart macht den Unterschied.
Mehr Sonne, mehr UV-Risiko
Eine europaweite Untersuchung, an der die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni) maßgeblich beteiligt ist, zeigt, dass die hautwirksame UV Strahlung zwischen 2013 und 2022 an vielen Orten in Europa spürbar zugenommen hat. An 26 von 40 Messstationen wurden klare Anstiege gemessen. Ein Trend, der unseren Alltag und den Sonnenschutz zunehmend betrifft.
Persönliche Erwartungen ans Älterwerden formen unser Sozialleben
Was wir vom eigenen Älterwerden erwarten, bleibt nicht nur eine Vorstellung. In zwei aktuellen Studien zeigt ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Psychologin Christina Ristl von der Universität Wien, dass unsere Erwartungen an das eigene Alter unser Sozialleben über Jahre hinweg mitgestalten und sogar beeinflussen können, wie wir alltägliche Begegnungen erleben. Die Ergebnisse sprechen für einen psychologischen Mechanismus, der als "selbsterfüllende Prophezeiung" (selfullfilling prophecy) bekannt ist. Die Ergebnisse wurden aktuell in den Fachmagazinen Psychology and Aging und Journal of Gerontology: Series B Psychology and Social Sciences veröffentlicht.
Gehirnscans zeigen: Hunde können Emotionen in menschlichen Gesichtern unterscheiden
Wissenschafter*innen – und Hundeliebhaber*innen – wissen schon lange, dass Hunde bemerkenswert gut darin sind, menschliches Lachen, Stirnrunzeln und Tränen zu deuten. Doch die biologischen Grundlagen dieser Fähigkeit waren bislang weitgehend unerforscht – bis jetzt. In einer aktuellen Studie, die in der Cell-Press-Zeitschrift iScience veröffentlicht wurde, warfen Forscher*innen der Universität Wien einen Blick in die Gehirne von Hunden, während diese Bilder verschiedener Gesichtsausdrücke betrachteten. Die Gehirnscans zeigten, dass Hunde menschliches Lächeln auf einzigartige Weise verarbeiten, und lieferten erstmals den Nachweis, dass Hunde zwischen bestimmten negativen Gesichtsausdrücken unterscheiden können.
Kulturerbe retten: Grazer Forschende machen Römersteine wieder lesbar
Was zur Zeit der Römer in Stein gemeißelt wurde, bewahren Forschende der Uni Graz und TU Graz vor dem Verschwinden. Sie haben eine einfache und kostengünstige Methode entwickelt, um Inschriften auf Grabmälern und Weihealtären, die verwittert sind oder beschädigt wurden, wieder lesbar zu machen. Derzeit testen sie das Verfahren an Römersteinen in mehreren Orten der Steiermark. Ziel ist, auch anderen Historiker:innen ein Werkzeug in die Hand zu geben, um Kulturerbe zu bewahren, wenn teure Forschungsgeräte nicht verfügbar sind. Die Methode wurde kürzlich im Wissenschaftsjournal Heritage Science publiziert.
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